31.05.2010: Jugend und Medien: Fakten statt Polemisierungen gefordert

Facebook, Computerspiele und Ähnliches: Förderung der Medienkompetenz nötig

Zürich, 31. Mai 2010. – Die neuen Medien, von Computerspielen bis zu Facebook, gelten heute vielfach als Erklärung für Verhaltensmuster der Jugend. So wird aktuell berichtet, Computerspiele oder Facebook trügen die Schuld für fehlendes Mitgefühl bei den heutigen Jugendlichen. Einen wissenschaftlichen Zusammenhang dafür gibt es nicht. Pro Juventute wehrt sich dagegen, dass die neuen Medien für sämtliche mögliche Phänomene der Jugend verantwortlich gemacht werden. Vielmehr gilt es, Kinder und Jugendliche in ihrer gesamten Entwicklung zu fördern – auch in ihrer Medienkompetenz.

Die Vermittlung von Medienkompetenz ist ein wichtiges Anliegen von Pro Juventute. Die neuen Möglichkeiten der Kommunikation und der Freizeitbeschäftigungen erleichtern heute soziale Kontakte unter Jungen, bergen aber auch beträchtliche Risiken. Diese Risiken werden derzeit für sämtliche Erklärungen möglicher Jugendphänomene herangezogen. So meldeten heute Forscher, das bei Jugendlichen konstatierte fehlende Mitgefühl könne an der Nutzung neuer Medien wie Facebook oder Computerspielen liegen. Einen wissenschaftlichen Zusammenhang konnten die Forscher dafür nicht feststellen.

Pro Juventute befürwortet die Auseinandersetzung um die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen, spricht sich jedoch gegen die generelle Verurteilung der neuen Medien aus. Die Stiftung fordert in der Auseinandersetzung um die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen Fakten statt Polemisierungen: Verhaltensmuster von Jugendlichen sollen nicht grundsätzlich negativ konnotiert und nicht pauschal «den neuen Medien» zugewiesen werden.

Forderung an Kantone: Integration des Thema «Medienkompetenz» in Lehrpläne an Schweizer Schulen

Für den verantwortungsbewussten Umgang mit Medien – insbesondere auch bei Computerspielen und sozialen Online-Plattformen wie Facebook – gilt es, Kinder und Jugendliche in ihrer Medienkompetenz zu fördern. Konkret fordert Pro Juventute von den Kantonen die Integration des Themas «Medienkompetenz» in die Lehrpläne. Zudem sollen komplementäre Lehrangebote zur Förderung der Medienkompetenz unterstützt und eingeführt werden. Ebenso ist die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen und Eltern an Elternabenden zu fördern. Zudem verlangt Pro Juventute vermehrt wissenschaftliche Forschungen über die Wirkung der Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen.

Die Stiftung setzt sich ihrerseits mit eigenen Projekten und in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Verwaltungsstellen für lösungsorientierte Angebote im Bereich der Medienkompetenzförderung ein. Mit dem Lehrangebot «Pro Juventute Handyprofis» engagiert sich Pro Juventute für die Förderung von Medienkompetenz bei Schülern, Eltern und Lehrpersonen. Das komplementäre Lehrangebot an Schulen lehrt Kinder und Jugendliche in Workshops den verantwortungsbewussten Umgang mit ihrem Mobiltelefon und darin verwendeten Medien wie Computerspielen, Filmen und Internet. Die komplementären Lehrangebote bieten eine Entlastung für Lehrerinnen und Lehrer.

Für weitere Informationen:

Pro Juventute, Stephan Oetiker, Direktor, Thurgauerstrasse 39, 8050 Zürich, Tel. 044 256 77 77

Pro Juventute, Marianne Affolter, Leiterin Kommunikation, Thurgauerstrasse 39, 8050 Zürich, Tel. 044 256 77 74, 079 659 67 33, E-Mail: marianne.affolter(at)projuventute.ch

 

Wir machen uns stark für Kinder und Jugendliche in der Schweiz

Pro Juventute unterstützt Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern auf dem Weg zu selbst- und sozialverantwortlichen Persönlichkeiten. Mit vielfältigen Angeboten hilft die Stiftung direkt und wirkungsvoll. Sie bietet spannende und gut frequentierte Dienstleistungen wie die Pro Juventute Beratung 147 oder die Pro Juventute Elternbriefe an. Davon profitieren jährlich nicht weniger als 300 000 Kinder und Jugendliche in der Schweiz.