Inhaltliche Innovationen zur Lehrerentlastung gefordert
Strukturelle Ziele ungenügend – Pro Juventute fordert inhaltliche Massnahmen der Regierungen
Zürich, 18. Januar 2010. – Zurzeit diskutieren die Kantone Massnahmen zur Entlastung von Lehrpersonen. Die Zürcher Regierungsrätin Regine Aeppli teilt heute in den Medien mit, dass sie die Gründe für eine mögliche Überbelastung untersuchen lässt und spricht sich gegen Sparmassnahmen in der Bildung aus. Pro Juventute begrüsst diesen Kurs, fordert jedoch neben rein strukturellen Massnahmen oder gar Aufgabenverzicht auch echte Innovationen im Gesamtumfeld der Schulen.
Die Unterstützung von Lehrpersonen ist ein wichtiges Anliegen von Pro Juventute. Heterogene Klassen, individuellere Förderung, integrative Modelle und Erwartungen von Eltern und Gesellschaft konfrontieren Lehrerinnen und Lehrer mit zusätzlichen Aufgaben. Die Schweizer Kantone diskutieren derzeit Möglichkeiten zur Unterstützung der Lehrpersonen. Pro Juventute begrüsst das klare Votum der Zürcher Regierungsrätin, Regine Aeppli, gegen Sparmassnahmen und Leistungsabbau in der Volksschule. Die Stiftung vermisst indes konkrete Vorschläge zum Inhalt der Massnahmen zur Entlastung von Lehrpersonen. Strukturelle Ziele alleine reichen nicht: Pro Juventute fordert auch inhaltliche Vorschläge zur Unterstützung der Lehrpersonen und damit der Bildung von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz.
Die Stiftung fordert die Kantone auf, für solche inhaltlichen Massnahmen innovative Ideen zu entwerfen. Die Möglichkeiten neuer Technologien in Unterricht und Klassenzimmer zur Unterstützung sind dabei zu prüfen, ebenso wie Modelle zur Lehrerentlastung aus dem Ausland, die sich bei Bedarf auf die Schweiz übertragen lassen. Um Massnahmen zur Lehrerentlastung zu bestimmen, braucht es zudem eine Definition, welche Rolle Lehrpersonen an der Schule in Zukunft innehaben sollen. Dabei ist zu prüfen, ob Lehrerinnen und Lehrer sämtliche inhaltlichen Anforderungen der Gesellschaft an die Schule alleine übernehmen müssen.
Zusätzliche Ausbildungsangebote zur inhaltlichen Unterstützung
Dabei können die Kantone bereits heute auf Entlastungsangebote zurückgreifen. So sind Kinder und Jugendliche heute mit Herausforderungen in Bezug auf den Umgang mit Geld oder Medien konfrontiert. Damit sie zu diesen zentralen Themen ihre Kompetenzen stärken können, sind entsprechende Ausbildungsangebote zentral. Mit den Dienstleistungen «Handyprofis», «Kinder-Cash» und «Potz Tuusig» zur Förderung der Medien- und Finanzkompetenz von Kindern bietet Pro Juventute den Lehrpersonen auch inhaltliche Unterstützung. Zur Unterstützung von Lehrern in Bezug auf den Kontakt mit den Eltern leisten die Pro Juventute-Elternbriefe eine wichtige Massnahme zur Elternbegleitung. Diese können Eltern von Gemeinden oder Fachstellen zugestellt werden und informieren über Themen aus Bildung, Erziehung und Gesundheit.
Für weitere Informationen:
Pro Juventute, Stephan Oetiker, Direktor, Thurgauerstrasse 39, 8050 Zürich Tel. 044 256 77 77 / www.projuventute.ch
Pro Juventute, Marianne Affolter, Leiterin Kommunikation a.i., Thurgauerstrasse 39, 8050 Zürich Tel. 0 44 256 77 74, E-Mail: mailto:marianne.affolter(at)projuventute.ch
Wir machen uns stark für Kinder und Jugendliche in der Schweiz
Pro Juventute unterstützt Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern auf dem Weg zu selbst- und sozialverantwortlichen Persönlichkeiten. Mit vielfältigen Angeboten hilft die Stiftung direkt und wirkungsvoll. Sie bietet spannende und gut frequentierte Dienstleistungen wie die Pro Juventute Beratung 147 oder die Pro Juventute Elternbriefe an. Davon profitieren jährlich nicht weniger als 300 000 Kinder und Jugendliche in der Schweiz.

