«Eine Kinderpolitik mit Vätern - eine Väterpolitik mit Kindern»

Am 15. Juni 2008 findet zum zweiten Mal der Schweizer Vätertag statt. Gemäss Uno-Kinderrechtskonvention – in der Schweiz seit mehr als zehn Jahren in Kraft – ist die Erziehung und Entwicklung des Kindes eine gemeinsame Aufgabe der Eltern. Damit alltagsnahes väterliches Engagement wertgeschätzt und angereizt wird, braucht es eine Familienpolitik, die sich mit der Rolle der Männer in der Familie befasst. Pro Juventute gibt am diesjährigen Schweizer Vätertag den Kindern eine Stimme: Sie schreiben ihren Vätern einen Brief und teilen ihnen ihre Wünsche mit. 

Unter dem Motto «Aus 365 Gründen» bringt der Schweizer Vätertag am 15. Juni 2008 zum zweiten Mal Wertschätzung und Motivation für väterliches Engagement zum Ausdruck. Er motiviert zur Auseinandersetzung mit moderner Väterlichkeit und den Herausforderungen rund um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dies in einer Zeit, in der sich die traditionellen Rollenmodelle auflösen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mehr und mehr auch zum Männerproblem werden. 

Kinder schreiben Brief an den Vater
Im Mittelpunkt des Vätertags 2008 steht die Kinderperspektive: Pro Juventute will am Schweizer Vätertag den Kindern eine Stimme geben. Denn sie sind von der herrschenden familiären Rollenteilung lebhaft betroffen, haben Erwartungen an ihre Väter und wollen mit ihren Wünschen gehört werden. Dazu führt Pro Juventute die Aktion «Brief an meinen Vater» durch. Kinder schreiben ihren Vätern einen Brief und sagen, was sie schon immer sagen wollten. Kleinkinder fertigen eine Zeichnung von sich und ihrem Papa an. Am Sonntag, 15. Juni 2008 übergeben Kinder ihre Briefe und Bilder den Vätern. Weitere Informationen unter http://www.pro-juventute.ch/?id=4517

Zeit für den Anfang ist besonders wichtig
Mit der Aktion zum Schweizer Vätertag machen Pro Juventute und männer.ch auf die gesellschafts- und sozialpolitische Bedeutung zeitgemässen Vaterseins aufmerksam. Viele Väter wollen sich in der Familie stärker engagieren, doch in Beruf und Familie stehen dem gelebten Vatersein oft hürdenreiche Rahmenbedingungen entgegen. Diese orientieren sich an einem Modell, bei dem der Vater vollzeitlich ausser Haus arbeitet und die Mutter volle Familien- und Erziehungsarbeit leistet. Für die Entwicklung der Beziehung zu Vater und Mutter ist das erste Lebensjahr des Kindes wegweisend. Tatsache ist, dass heute vermehrt beide Elternteile gewollt oder der Not gehorchend erwerbstätig sind. Arbeitsbedingungen und Elternzeit sollten daher so ausgestaltet sein, dass beide Eltern insbesondere im ersten Lebensjahr des Kindes präsent sein können.

Mehr Familienzeit für Väter braucht neue Rahmenbedingungen
Auch in späteren Lebensphasen gewinnt die Entwicklung des Kindes mit einer Alltagspräsenz von Vater und Mutter. Es bedarf dringend gesellschaftlicher Verhältnisse, die es ermöglichen, Berufs- und Familienleben zu vereinbaren. Als Massnahmen und Instrumente zur Gleichstellung der Geschlechter sind hier vorrangig zu nennen: der Elternurlaub resp. ein bezahlter Urlaub für Väter von mindestens 20 Tagen, auf die Kinderbetreuung abgestimmte Arbeitszeitmodelle sowie Teilzeit- und Jobsharing-Positionen bis in obere Kaderstufen.

Positionspapier «Eine Kinderpolitik mit Vätern»

Zürich/Bern, 12. Juni 2008

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männer.ch ist nationaler Themenführer in der Männer- und Väterpolitik. Als Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen bündelt männer.ch (am 28. Juni 2005 gegründet) die Zielvorstellungen von 25 Fach- und Regionalorganisationen, von Unternehmen sowie mehreren hundert Einzelmitgliedern – und ist damit die Stimme von gut 3'000 Personen. Als Allianzpartner im Verbund einer zukunftsorientierten Gesellschaftspolitik agiert männer.ch als politische Interessensvertretung jener, die sich für Chancengleichheit einsetzen – und aus Männerperspektive aufzeigen, wie eine lebensdienliche Geschlechter-, Familien-, Wirtschafts- und Verteilungspolitik aussehen könnte. Der Schweizer Vätertag ist als Initiative von männer.ch eingeführt worden uns feierte in der Schweiz am 17. Juni 2007 seine Premiere.

 
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