Stell Dir vor: am 9. Februar 2010 ist «Safer Internet Day» und keiner tut etwas
Pro Juventute ruft die Kantone auf, sich in Sachen Jugendmedienschutz und Medienkompetenzförderung endlich zusammenzuraufen und zeigt konkrete Lösungen auf
Zürich, 8. Februar 2010. – Während morgen am Safer Internet Day in fünfzig Staaten konkrete Aktivitäten zur Förderung der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen lanciert werden, hat es die Schweiz bis heute nicht einmal geschafft, national einheitliche Jugendschutzbestimmungen im Medienbereich umzusetzen. Die Stiftung Pro Juventute fordert vom Bund wie den Kantonen, endlich echte Lösungen im Jugendmedienschutz sowie der Medienkompetenzförderung zu realisieren und zeigt mit konkreten Projekten wie es gehen könnte.
Am Dienstag, 9. Februar 2010 begeht man in 50 europäischen Ländern den «Safer Internet Day» (http://www.saferinternet.org). Das diesjährige Motto heisst «Think before you post», also: «Denke, bevor Du etwas wegschickst oder ins Internet stellst». Mit einem launigen Youtube-Film und vielen verschiedenen Aktivitäten soll die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen gestärkt werden.
Leider nimmt die Schweiz weder aktiv teil am «Safer Internet Day» noch gibt es hierzulande ernsthafte politische Anstrengungen die Medienkompetenz der Schweizer Kinder und Jugendlichen zu fördern. Im Gegenteil: in gewissen Gemeinden (Stadt Zürich) will man ab Sommer 2010 sogar sämtliche elektronischen Geräte der Jugendlichen auf Schulgeländen (inklusive Vorplätze/Pausenhof) verbieten. Im kantonalen Kompetenzgerangel gingen zudem bislang sämtliche Versuche einer Vereinheitlichung der Jugendschutzbestimmungen im Medienbereich (z.B. Alterskennzeichnungen für Computergames o.ä.) oder die Umsetzung einer echten Medienkompetenzförderung in den Schulen unter. Pro Juventute beklagt die Tendenz der politischen Verantwortungsträger vor allem mit populistischen Vorstössen und Verboten auf die Herausforderungen der neuen Medien zu reagieren.
Mit der Einreichung der Petition «Stopp der (un-)heimlichen Gewalt in Computerspielen» hat Pro Juventute zusammen mit über 50‘000 Unterzeichnenden bereits am 20. November 2009 (UNOKinderrechtstag) aufgezeigt, weshalb in der Schweiz national einheitliche Regelungen und Medienkompetenzförderung statt Kantönligeist Not tun. Die Stiftung Pro Juventute fordert Bund und Kantone auf, die Forderungen der Petition unverzüglich umzusetzen: Mit verschiedenen Projekten wie beispielsweise dem «Handyprofis»-Workshopangebot für Schulen und Eltern oder auch dem Online-/Handy-/SMS-Beratungsangebot «147» leistet Pro Juventute einen konkreten Beitrag zur Beratung und Vermittlungsarbeit im Bereich der Medienkompetenz.
Eine echte Hilfe für Eltern, Lehrpersonen aber auch Jugendliche wäre zudem ein (privates oder staatliches) nationales Online-Angebot zur so genannten Positivprädikatisierung von Computergames und Online-(Lern-)Inhalten. Ein ähnliches Modell verfolgt seit längerem unser Nachbarland Österreich mit dem Angebot http://bupp.at. Pro Juventute wird sich in Zukunft verstärkt dafür einsetzen, dass konstruktive Angebote im Bereich der Medienkompetenzförderung rein passiven Verbotslösungen vorgezogen werden.
Für weitere Informationen:
Pro Juventute, Stephan Oetiker, Direktor, Thurgauerstrasse 39, 8050 Zürich, Tel. 044 256 77 77
Pro Juventute, Matthias Vatter, Leiter Public Affairs, Thurgauerstrasse 39, 8050 Zürich, Tel. 079 352 8144, E-Mail: matthias.vatter(at)projuventute.ch
Wir machen uns stark für Kinder und Jugendliche in der Schweiz
Pro Juventute unterstützt Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern auf dem Weg zu selbst- und sozialverantwortlichen Persönlichkeiten. Mit vielfältigen Angeboten hilft die Stiftung direkt und wirkungsvoll. Sie bietet spannende und gut frequentierte Dienstleistungen wie die Pro Juventute Beratung 147 oder die Pro Juventute Elternbriefe an. Davon profitieren jährlich nicht weniger als 300 000 Kinder und Jugendliche in der Schweiz.

