Positionspapiere
Pro Juventute zum Bericht des Bundesrates «Jugend und Gewalt»
Erwachsene in der Verantwortung - Bundeslösung für den Jugendmedienschutz
Der Bundesrat hat den Bericht «Jugend und Gewalt – Wirksame Prävention in den Bereichen Familie, Schule, Sozialraum und Medien» verabschiedet. pro ju-ventute begrüsst diese Auslegeordnung, vermisst aber ein klares Bekenntnis für eine schweizweit einheitliche Regulierung des Jugendmedienschutzes.
Die fundierte Analyse «Jugend und Gewalt» des Bundesrates nimmt von politischen Schaukämpfen um zweifelhafte Statistiken wohltuende Distanz. Pro Juventute begrüsst den umfassenden Bericht. Von und an Jugendlichen verübte Gewalt wird nur dann wirklich ernst genommen, wenn sich Gegenmassnahmen auf klare Fakten und plausible Handlungskonzepte stützen. Der Bericht bringt dazu nötige Grundlagen.
Mit besonderem Interesse hat Pro Juventute den Teilbericht über Zusammenhänge zwischen Medienkonsum und gewalttätigem Verhalten geprüft. Wir teilen die Einschätzung, dass nicht von einer banalen Kausalität ausgegangen werden darf. Deshalb begrüssen wir die Strategie, Kinder, Jugendliche und ihre Eltern nutzerfreundlich über Medieninhalte zu informieren und sie im verantwortungsvollen Umgang zu unterstützen. Pro Juventute hat mit «Handyprofis» ein Angebot zum Umgang mit Mobiltelefonen entwickelt. Dagegen greifen die Vorschläge zum Jugendmedienschutz entschieden zu kurz. Kinder- und Jugendmedienschutz ist eine öffentliche Aufgabe, die weder an die Branchen delegiert noch von den Kantonen gelöst werden kann. Mit verkrampftem Festhalten an Kantonszuständigkeiten, die vom technischen Fortschritt überholt sind, nimmt die Politik ihre Verantwortung nicht wahr. Pro Juventute hält entgegen dem Bundesrat eine branchenübergreifende, schweizweite Regulierung zum Kinder- und Jugendmedienschutz für unabdingbar und wird sich weiter dafür einsetzen.

