Positionspapiere
Eine Kinderpolitik mit Vätern
- Viele Väter wollen sich in der Familie stärker engagieren. Die Rahmenbedingungen stammen jedoch aus einer Zeit, die sich an einem Modell orientierte, wonach der Vater vollzeitlich ausser Haus arbeitete und die Mutter die Familien- und Erziehungsarbeit leistete. Heute sind andere Rahmenbedingungen nötig, die es beiden Elternteilen ermöglichen, Berufs- und Familienleben miteinander zu vereinbaren. Dazu gehören beispielsweise flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle auch für typische Männerberufe oder der bezahlte Elternschaftsurlaub.
- Für die Entwicklung der Beziehung zu den Eltern ist das erste Lebensjahr des Kindes besonders wichtig. Das gilt sowohl für die Beziehung zur Mutter wie zum Vater. Tatsache ist, dass heute vermehrt beide Elternteile gewollt oder der Not gehorchend einer Erwerbsarbeit nachgehen. Die Arbeitsbedingungen und ein Elternschaftsurlaub sollte daher so ausgestaltet werden, dass beide Elternteile insbesondere im ersten Jahr für das Kind präsent sein können. Aber auch in späteren Lebensphasen gewinnt die Entwicklung des Kindes mit einer Alltagspräsenz beider Elternteile.
- Gemäss Artikel 18 der Uno-Kinderrechtskonvention stellen die Vertragsstaaten nach Kräften sicher, dass beide Elternteile gemeinsam für die Erziehung und Entwicklung des Kindes verantwortlich sind. Diese Bestimmung ruft nach unterstützenden Massnahmen, damit die elterliche Sorge auch im Alltag vom Vater und von der Mutter gemeinsam ausgeübt werden kann.
- Damit die Erziehungsverantwortung von Vätern und Müttern gemeinsam wahrgenommen werden kann, muss sich eine zukunftsgerichtet Familienpolitik stärker mit der Rolle der Väter befassen. Es kann nicht nur darum gehen, Frauen in den Erwerbsmarkt zu integrieren, es muss auch darum gehen, Väter in die Familien zurück zu bringen. Dazu gehören Massnahmen wie ein Elternschaftsurlaub, den auch Väter beziehen können, Entschädigungsmodelle für den Vaterschaftsurlaub, Arbeitsplatzsicherheit während des Elternschaftsurlaubs, kinderorientierte Arbeitszeitmodelle, die sich einfach auf die Bedürfnisse der Kinderbetreuung abstimmen lassen oder Teilzeit- und Jobsharing-Modelle für Führungsfunktionen.

