Virtuelle Gewalt kontrollieren
Morgen eröffnet in Bern die nationale Spiel- und Hobbymesse. Dabei stehen erstmals die elektronischen Spiele im Fokus. Pro Juventute nimmt dies zum Anlass darauf hinzuweisen, dass Gewaltdarstellungen in Unterhaltungsmedien für Kinder und Jugendliche oft unkontrolliert zugänglich sind, da es in der Schweiz keinen einheitlichen Kinder- und Jugendmedienschutz gibt. Genau dies ist eine der Forderungen der Pro Juventute-Petition «Stopp der (un)heimlichen Gewalt».
Computer- und Videospiele sind aus dem Leben und der Freizeit von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Neben dem reinen Unterhaltungsfaktor können sich virtuelle Spiele auch positiv auf die Entwicklung auswirken. So lernen Kinder zum Beispiel auf spielerische Weise den Umgang mit modernen Technologien. Was dabei oft vernachlässigt wird ist die Tatsache, dass junge Menschen mit immer mehr Gewalt in den Unterhaltungsmedien konfrontiert sind. Mit der Petition «Stopp der (un)heimlichen Gewalt» will Pro Juventute erreichen, dass Kinder und Jugendliche im Medienumgang geschützt und gefördert werden und Gewaltdarstellungen nicht unkontrolliert zugänglich sind.
Lücken im Kinder- und Jugendmedienschutz der Schweiz
Der ständig wachsenden Beliebtheit der elektronischen Spiele tragen die Veranstalter der Spiel- und Hobbymesse in Bern Rechnung: Zum ersten Mal finden im Rahmen der Messe die «E-Games» statt. In einer eigens für elektronische Spiele reservierten Halle können dort Kinder und Jugendliche – und auch Erwachsene – die neusten elektronischen Spiele testen. Längst haben die Spieleentwickler nämlich auch Erwachsene als Zielgruppe entdeckt und entsprechende Titel entwickelt. Nicht alle diese Spiele sind aber auch für Kinder geeignet: So wird Gewalt in Computer- und Videospielen immer hemmungsloser und realistischer dargestellt und Kinder und Jugendliche haben praktisch unbeschränkten Zugang zu solchen Gewaltdarstellungen, da der Kinder- und Jugendmedienschutz in der Schweiz grosse Lücken aufweist. So ist beispielsweise nicht klar, was die Aussteller vorkehren müssen, damit Kinder an öffentlich aufgestellten Geräten nur Bilder und Spiele aktivieren können, die für ihre Altersgruppe freigegeben sind.
Förderung der Medienkompetenz
Neben der Forderung des Medienschutzes steht für Pro Juventute die Prävention im Zentrum: Bund und Kantone werden mit der Petition aufgefordert, die Medienkompetenz im Umgang mit Unterhaltungsmedien bei Kindern, Jugendlichen und Eltern zu fördern. Denn oft wissen Eltern gar nicht, mit welchen Inhalten ihre Kinder in den Unterhaltungsmedien konfrontiert werden und wie sie den Konsum altersgerecht regeln können. Unterstützt wird die Pro Juventute-Petition «Stopp der (un)heimlichen Gewalt» von der Zeitschrift «wir eltern» als Medienpartner.
Mehr Informationen zur Petition und online unterschreiben
Zürich 2. Oktober 2007
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Wir machen uns stark für Kinder und Jugendliche in der Schweiz
Pro Juventute unterstützt Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern auf dem Weg zu selbst- und sozialverantwortlichen Persönlichkeiten. Mit vielfältigen Angeboten hilft die Stiftung direkt und wirkungsvoll. Sie bietet spannende und gut frequentierte Dienstleistungen wie die Pro Juventute Beratung 147 oder die Pro Juventute Elternbriefe an. Davon profitieren jährlich nicht weniger als 300 000 Kinder und Jugendliche in der Schweiz.


